Wasser in der Druckluft
Es ist heiß – und plötzlich ist Wasser in der Druckluft. Warum das kein normales Sommerproblem ist. Viele Betreiber kennen das Phänomen. Sobald die ersten heißen Sommertage kommen, treten plötzlich Probleme auf, die den Rest des Jahres kaum oder gar nicht vorhanden waren. Wasser
Es ist heiß – und plötzlich ist Wasser in der Druckluft.
Warum das kein normales Sommerproblem ist.
Viele Betreiber kennen das Phänomen.
Sobald die ersten heißen Sommertage kommen, treten plötzlich
Probleme auf, die den Rest des Jahres kaum oder gar nicht vorhanden waren.
- Wasser
in der Druckluft
- Störungen
an Maschinen
- Korrosion
- Ausfälle
von Ventilen oder Pneumatikkomponenten
- Reklamationen
wegen mangelhafter Druckluftqualität
Nicht selten lautet die Erklärung:
„Bei diesem Wetter ist das normal.“
Aus meiner Sicht als unabhängiger Sachverständiger ist diese
Aussage in den meisten Fällen falsch.
Das Wetter ist nicht die Ursache
Hohe Außentemperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen
dafür, dass deutlich mehr Wasserdampf in die Druckluft gelangt.
Ein korrekt ausgelegter und funktionierender Kältetrockner
berücksichtigt genau diese Betriebsbedingungen.
Tritt bei warmem Wetter plötzlich Wasser in der Druckluft
auf, macht das Wetter häufig nur ein bereits vorhandenes Problem sichtbar.
Die eigentliche Ursache liegt oft an einer zu klein
dimensionierten Druckluftaufbereitung, einer fehlerhaften Auslegung oder einer
nicht mehr ausreichend funktionierenden Anlage.
Warum Wasser in der Druckluft ein ernstes Problem ist
Viele Betreiber unterschätzen die Auswirkungen.
Ein wenig Feuchtigkeit führt selten sofort zum
Produktionsstillstand.
Genau deshalb wird das Problem häufig über längere Zeit
ignoriert.
Dabei beginnt der Schaden oft schon lange bevor die ersten
Ausfälle auftreten.
Feuchtigkeit kann:
- Korrosion
in Rohrleitungen verursachen
- Pneumatikventile
beschädigen
- Zylinder
verschleißen lassen
- Sensoren
beeinflussen
- Filterelemente
belasten
- Produktionsqualität
verschlechtern
- Zusammen
mit Öl und Schmutz Ablagerungen bilden
Diese Schäden entwickeln sich oft schleichend.
Wochen.
Monate.
Manchmal sogar Jahre.
Bis schließlich eine Maschine ausfällt oder die
Druckluftqualität nicht mehr den Anforderungen entspricht.
Warum tritt das Problem gerade im Sommer auf?
Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als
kalte Luft.
Der Verdichter saugt deshalb bei hohen Temperaturen und
hoher Luftfeuchtigkeit wesentlich mehr Wasserdampf an.
Genau in diesen Betriebszuständen zeigt sich, ob die
Druckluftaufbereitung ausreichend dimensioniert wurde.
Ein zu klein ausgelegter Kältetrockner arbeitet dann häufig
an seiner Leistungsgrenze oder darüber hinaus.
Die Folge:
Die geforderte Druckluftqualität kann nicht mehr dauerhaft
eingehalten werden.
Was sollte überprüft werden?
Tritt Wasser in der Druckluft auf, sollte nicht nur der
Kältetrockner betrachtet werden.
Eine systematische Ursachenanalyse umfasst unter anderem:
- Ist
der Kältetrockner korrekt ausgelegt?
- Entsprechen
Druck, Volumenstrom und Betriebsbedingungen der ursprünglichen Auslegung?
- Funktionieren
Kondensatableiter zuverlässig?
- Werden
die Wartungsintervalle eingehalten?
- Liegen
die tatsächlichen Taupunkte innerhalb der geforderten Werte?
- Hat
sich der Druckluftbedarf im Laufe der Jahre verändert?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich die
eigentliche Ursache sicher bestimmen.
Unabhängig statt produktbezogen
Ich verkaufe keine Kompressoren.
Ich verkaufe keine Kältetrockner.
Ich führe keinen Wartungsservice durch.
Dadurch kann ich Druckluftanlagen unabhängig und neutral
bewerten.
Mein Ziel ist nicht der Verkauf einer bestimmten Komponente,
sondern die technische Klärung der tatsächlichen Ursache.
Gerade bei Schadensfällen, technischen Streitigkeiten oder
wiederkehrenden Problemen schafft eine neutrale Bewertung häufig Klarheit und
verhindert kostspielige Fehlentscheidungen.
Fazit
Wasser in der Druckluft ist kein normales Sommerproblem.
Heiße und feuchte Tage decken häufig Schwachstellen auf, die
bereits seit der Planung oder durch Veränderungen im Betrieb bestehen.
Wer die Ursache rechtzeitig erkennt und beseitigt, schützt
nicht nur seine Druckluftanlage, sondern auch Produktionsprozesse,
Produktqualität und Investitionen.
Denn der beste Schaden ist kein Schaden.
Roland Rau
Sachverständiger für Druckluft-Gesamtanlagen inkl.
Peripherie (DIN EN ISO/IEC 17024)
Auf compressedair.network veröffentliche ich
regelmäßig Fachartikel rund um Drucklufttechnik, Schadensanalysen und die
unabhängige Bewertung von Druckluftanlagen.
Weitere Informationen findest Du auch unter www.air-expert.de.