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Magazin Roland Rau 10.03.2026

Teststrecke oder Datenblatt

Teststrecke oder Datenblatt wo wird mehr getrickst? "Falsche Leistungsdaten können jährlich tausende Euro kosten."

Teststrecke oder Datenblatt wo wird mehr getrickst?

Beim Auto weiß heute jeder: Verbrauchswerte entstehen unter perfekten Testbedingungen.

Beim Kompressor ist es ähnlich. Nur fällt es kaum jemandem auf.

Und das kann teuer werden.


Ein Kompressor läuft häufig: • 8 Stunden • 16 Stunden • oder sogar 24 Stunden täglich

Schon kleine Unterschiede bei Leistungsdaten können dadurch jährlich tausende Euro Energiekosten verursachen.


Der Grund:

Viele Datenblätter betrachten nicht die komplette Maschine, sondern nur einzelne Teile des Systems.


Hier sind 5 Punkte, auf die man achten sollte.


1.) Leistung = oft nur der Verdichtungsprozess

In vielen Datenblättern wird nur die Wellenleistung des Verdichters angegeben.

Damit wird lediglich der Verdichtungsprozess betrachtet.

Die entscheidende Frage bleibt oft offen:

Wie viel elektrische Leistung benötigt die komplette Maschine?



2.) Fehlende Komponenten verschieben den Energiebedarf

Bauteile wie z. B. ein Wasserabscheider sind nicht immer im Kompressor integriert.

In der Praxis muss der Betreiber diese Komponenten extern installieren.

Das führt zu:

• zusätzlicher Rohrleitung • zusätzlichem Druckverlust • zusätzlichem Energiebedarf

-> mehr Energieverbrauch



3.) Liefermengen sind kaum überprüfbar

Liefermengen werden unter Normbedingungen angegeben:

• 1.013 mbar • 20 °C Ansaugtemperatur • 0 % relative Luftfeuchtigkeit

Diese Bedingungen gibt es in der Praxis praktisch nie.

Und:

Die tatsächliche Liefermenge eines Kompressors lässt sich im Betrieb nur sehr schwer nachmessen.



4.) Drehzahlregelung ist nicht immer stufenlos

Drehzahlgeregelte Kompressoren gelten als besonders effizient.

In der Praxis können jedoch auftreten:

• mechanische Resonanzen • Schwingungen in bestimmten Drehzahlbereichen

Diese Bereiche werden dann übersprungen.

Die Folge:

  • keine echte stufenlose Regelung
  • eher stufenweiser Betrieb

Viele Maschinen besitzen außerdem nur einen kleinen Regelbereich.

Außerhalb davon arbeiten sie wieder wie klassische Last-/Leerlauf-Kompressoren.



5.) Angebote sind schwer vergleichbar

Viele Unterschiede entstehen nicht durch falsche Angaben.

Sondern durch unterschiedliche Betrachtungsweisen der Leistungsdaten.

Für Betreiber ist deshalb oft schwer zu erkennen:

Welche Anlage wirklich effizient arbeitet.


Du hast Fragen? wir sind gerne für dich da. 

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